Raus aus der Komfortzone

So. Jetzt hab ich endlich mal wieder Internet und Akku über einen längeren Zeitraum um hier zu schreiben. Mir ist mein Handy auch anfangs kaputt gegangen, weshalb ich das ganze erstmal wieder regeln muss. Und ja, auf dem Land hier ist nicht viel mit guter Verbindung oder dauerhaftem Stromanschluss. Wir haben zwar solar, aber das funktioniert im Moment nicht wirklich.

Jetzt aber mal der Reihe nach.

Ich bin seit Anfang Juni in Mweka, einem kleinen Dorf in der Nähe von Moshi, am Hang vom Kilimandscharo. Hier lebe ich in einer Gastfamilie, bestehend aus Großeltern und vier Enkeln, die so gut wie mitwohnen. Mein Gastvater kann gut Englisch, bei meiner Gastmutter is es etwas schwieriger und ich muss mich definitiv mehr dem swahili lernen widmen. Ich habe dort ein kleines Zimmer mit Bett und Regal und ansonsten drum herum alles sehr einfach gehalten. Nur Gitter, kein Glas vor der Scheibe, eine Stehtoilette separat vom Haus, die Dusche besteht aus nem Eimer Wasser und gekocht wird über Feuerholz. Aber zur Arbeit in die Baumschule muss ich nur 5 min laufen. An sich mal ne total spannende Erfahrung, nur alles auch seeeehr gewöhnungsbedürftig und ich bin hier momentan als einzige Volontärin in dem Dorf. Wenn man dann noch die anderen nicht so richtig versteht kann man sich leider schnell etwas einsam fühlen, da ja auch der Kontakt nach aussen nur sporadisch ist. Zudem ist immer noch Regenzeit und hier oben einfach echt kalt, weshalb ich zwei Decken, zwei Hosen, zwei shirts und ne Mütze beim schlafen anhabe. Und im Moment gerade ne Erkältung mit mir schleppe.

Das braucht jetzt alles seine Zeit bis ich mich richtig eingefunden hab in allem und ich merke auch dass es von Woche zu Woche besser wird. Wenn dann mal die Sonne scheint is nämlich richtig schön dort! Überall grün, vielen Bananenstauden, Kaffeeplantagen und wenn man Glück hat sieht man auch den kili ohne Nebel davor.

Die Baumschule in der ich mit world unite arbeite ist ein Gemeinschaftsprojekt von Leuten aus dem Dorf und jeden zweiten Tag kommen ein paar „Mamas“ hoch die sich dann mit um die Pflanzen kümmern. Einen upcycling Tag wollen wir mit ihnen auch mal machen.

Nebenan wird im Moment noch das Camp (wie in Sansibar auch) fertiggestellt, damit hier Volontäre wohnen können.

Die Küche wirkt besonders schnieke 🙂

Daher ist noch Baustelle und ich pack auch hier überall mit an. Ab kommender Woche ist aber das erste Zelt schon bezugsfertig. Dann kommt auch schon Isabel , mit der ich auf Sansibar schon war.

Die Aussicht auf Moshi runter ist auch gigantisch!

Unten in gehts dann eher wuselig zu und eigentlich bin ich dort nur am Wochenende mal. Hier ist aber immerhin guter Empfang 😉

Mit Maria, ner ehemaligen Volontärin hab ich mir mal den stillgelegten Bahnhof angeschaut. Mit Ziegen und Schafen drum herum.

Vor kurzem haben wir auch 500 baumsätzlinge „ausgewildert“ und an nem Hang gepflanzt. Scheint schon recht grün, ist aber auch einfach viel Gras und Gebüsch, was wir erstmal entfernen mussten.

Ich treff auch immer wieder Salome, die zum gleichen Zeitpunkt wie ich hier ihren Aufenthalt weiterführt, nur eben unten in moshi in ner Kindertagesstätte. Vor kurzem ging es für uns dann an nem Wochenende zu den mataruni Wasserfällen in der Nähe auf ne kleine Wanderung, was nach dem ganzen Chaos echt gut tat!

Und man merkt, dass hier dann auch alles christlicher geprägt ist als die Insel.

Und noch ein bild von mir und zwei der vier Kinder (junior und dicki)

Jetzt muss ich aber los, heute bin ich mit zu einer Hochzeit eingeladen, wo ich schon seehr gespannt bin.

Also: ich lebe, hab n Dach überm Kopf und hab genug zu Essen 😉 und der Rest wird auch schon werden.

Die letzte Woche in Nungwi…

Das Highlight der Woche war unter anderem die Delfin Tour, die ich mit Salome unternommen habe! Ein lang ersehnter Kindhetstraum geht in Erfuellung und der Delfin Fan kam wieder in mir hoch 😉

Mir war zwar etwas schlecht auf dem Boot und ich hab die Tiere auch nur 2 mal eher schnell an uns vorbei schwimmen sehen (sobald ich im Wasser war, waren sie schon wieder vorueber), aber trotzdem war es ein tolles Erlebnis sie in freier Wildbahn zu sehen.

Teils war es noch ein wenig ungemuetlich vom Wetter, aber das haben dann die tollen Sonnenuntergaenge wieder wett gemacht 🙂

…und oft schwirrten riesen Schwaerme an Libellen ueber uns.

Wir waren ausserdem mit den zwei Meeresbiologen und anderen vom Aquarium auf der Insel Timbatu um nach Schildkroeteneiern zu suchen.

Und tatsaechlich haben wir zunaechst 4 Kleine gechluepfte gefunden und dann noch ca 120 Eier, die Mahek aussgegraben hat.

…und immer mal wieder nach den Verletzten schauen und ne Runde Panzer sauber schrubben.

…und jede Woche werden die Kleinen und die Mittleren ausgemessen und gewogen ( die Kleinen sind durchschnittlich ca. 4cm lang, 3cm breit, 2cm dick, 3kg schwer)

…und zum Entspannen gehts ab und an in ne Bar mit direktem Blick aufs Meer. Hat sich angefuehlt wie Urlaub 😉

und am Ende des Tages wieder den schoenen Sternenhimmel beobachten.

Wir durften dann sogar mal in der Lagune schnorcheln und mit den Schildkroeten schwimmen.

Es war nur leider etwas truebe weshalb sie einen manchmal ganz schoen ueberrascht haben 🙂

Dies und das

Karibu Nungwi!

Und auf in den Norden Sansibars nach Nungwi zu den Schildkroeten!

2. Etappe meiner Reise und im Gegensatz zum Wald wieder eine ganz andere Welt: Wir sind direkt am Meer, wohnen in einen Apartment in einem 3er Zimmer (sehr seltsam wieder in einem Raum mit Fenstern und Fliesenboden zu sein :)) und werden zwei Wochen im Mnarani natural Aquarium arbeiten. Es ist etwas touristischer, da auch viele das Aquarium besuchen und es ist nicht ganz so familiaer wie in Kitogani. Tortzdem aber total spannend in das Aufziehen der Schildkroeten involviert zu sein und sich um sie zu kuemmern. Im Moment sind auch 2 junge angehende Meeresbiolog*innen aus Grossbrittanien hier um sich das ganze anzuschauen und ihre Ideen miteinzubringen. Spannend von ihnen zu lernen.

Unser Haeuschen

Die Lagune, in der die meisten Schildkroeten sich befinden. In den kleinen abgegrenzten Bereichen befinden sich juengere, die noch anderes Futter als die Erwachsenen benoetigen.

In den grossen Behaeltern befinden sich noch ueber 100 Eier, aus denen in den naechsten Monaten noch hoffentlich Kleine schluepfen!

wiederum sind die letzten Wochen noch einige hundert geschluepft und es fuehlt sich hier immer mehr wie ein Waisenhaus an 🙂

Jeden Morgen muessen die Becken gewechselt und die kleinen vorsichitg in andere Behaelter befoerdert werden.

Ausserdem geht es alle paar Tage bei Ebbe raus um Seegras als Futter zu sammeln. Kann auch sehr meditativ sein muss ich sagen. Die letzten Tage war es auch tatsaechlich recht frisch und hat sich eher nach Nord oder Ostsee angefuehlt anstatt tropische Insel weshalb wir unsere warmen Klamotten rauskramen mussten.

Damit die Schildkroeten ein wenig Abwechslung haben und sich quasi das Futter ein wenig erarbeiten muessen, haben wir Rohre mit Loechern versehen um sie mit Seegras zu fuellen und dann ins Wasser zu lassen.

fast schon waldaehnlich, wie sich junges Seegras ueber den Strand erstreckt.

Und wieder einmal ueberall Kuehe, viele viele Muscheln und ein paar Kaetzchen die zum schmusen kommen!

Oreo und Bagira

und die suesseste von allen : klein Moshi

Abschied von Kitogani

Und der Tag der Verabschiedung ist da… seltsam ploetzlich zu denen zu gehoeren, die aus dem Camp gehen…Es war eine wunderbare Zeit dort und wir hatten alle leicht feuchte Augen als wir ins Auto gestiegen sind. Mit einem seltsamen Gefuehl im Bauch ging es dann mit Salome und Millie ab nach Nungwi fuer 2 Wochen zu unserer naechsten Etappe.

noch einmal ein Gruppenfoto!

von vorne nach hinten: Shauri, Millie, Simon, Sandra, Mohamed, Zaynep, Minimo, Jana, Annki, Salome, Isabel

Wir hatten letzte Woche ausserdem noch die Gelegenheit bekommen bei einer Familie am Abend beim Kochen und Zubereiten zu helfen. Wir haben geschnippelt und am Ende durften wir eine Art Kartoffel-Eintopf kosten! Lecker! (Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Ingwer, Kumin, Tomatensosse und Kokosmilch). Spannend zu sehen mit welchen simplen Mitteln gekocht wird!

Ein wirklich beeindruckender Ausflug war noch eine Kanutour durch die Mangroven zu den sogenannten „bird islands“, was im Prinzip Mangroven Inseln sind auf denen sich verschiedenste Vogelarten befinden. Wir hatten erst tolles Wetter, dann hatte uns eine dunkle Wolkenwand verfolgt und ein klein wenig hat es geregnet, wir sind aber gut davon gekommen und konnten das Wasser und die Natur drum herum vollends geniessen!

Mit Sandra, Simon und Millie im Kanu

Khadija, Isabel und Ali

Anki, Jana und Salome mit Rhamadan im Boot (Ja, der Kerl heisst wirklich Rhamadan :D)

Apropos Mangroven. Wir haben die letzten Tage noch einige Saetzlinge gepflanzt um die Mangrovenbestaende zu vergroessern. War eine sehr matschige Angelegenheit, hat aber auch mega Spass gemacht!und wir haben ein klein wenig die Welt gerettet 😉

Die Weltkarte im Klassenzimmer ist mittlerweile fast fertig. Leider haben die Kinder ein wenig mit Farbe gespielt, die wir an der Seite stehen gelassen hatten, weshalb wir dann doch auch den Ozean ausmalen mussten um die orangenen Flecken der Kinder zu bedecken….

Die Klassenzimmer in Charawe werden auch schon genutzt, Putz und Einrichtung der Zimmer folgen die naechsten Monate. Ein wenig schade, das Projekt nicht ganz mit beenden zu koennen. Trotzdem toll, ein Teil davon gewesen zu sein.

Im turtles und tortoise project sind noch kleine Monitor Lizzards geschluepft!

die letzten Tage im Wald….

Die Regenzeit haelt uns noch ein bisschen in schach, aber wir sind vorbereitet !

Und falls wir mal nicht aus dem Camp koennen, bauen wir uns noch ne neue Bank 🙂

Die letzte Woche gab es noch ein spannendes Erlebnis. Die Bezirksvorsitzende der Region im Sueden Sansibars wurde von dem Dorf Muungoni eingeladen, das Dorf, die oertlichen Traditionen und die Region kennen zu lernen. Das halbe Dorf hat ein Fest veranstaltet und sich von der besten Seite gezeigt.

Zuerst ging es zu einer sehr alten Moschee, einer Ruine in Muungoni (aus dem 19 Jh.). Dort warteten schon einige, auch viele Journalisten und Fotografen. Eine Person die alle an verschiedene Orte fuehrte und dazu was erzeahlte wurde inteerviewt, und auch uns wurden ein paar Fragen gestellt vor laufender Kamera ! Wie wir denn so das Dorf faenden, wie es sich bzgl Tourismus so macht und wie wir die Moschee faenden

Die Frau im rosa Kopftuch ist die Bezirksvorsitzende

Zuerst ging es in eine Hoehle in Muungoni.

Ein Haufen Leute ist mit Bus und Auto zu verschiedenen Stationen unterwegs…

Es wird ueber die Fischerei berichtet…

…uns wurden Ueberreste eines FLugzeugabsturtzes einer englischen Maschine aus dem zweiten Weltkrieg gezeigt (Der Rest ist nicht mehr auffindbar bzw wurde schon laengst von irgendwem verscherbelt)….

…uns zum Schluss kamen wir nach einer Mangrooventour an einem „Festplatz“ an.

Dort war das ahlbe Dorf versammelt, hat die traditionelles Handwerk vorgefuehrt, es gab Essen fuer alle und in der Mitte des Kreises gab es diverse Auffuehrungen.

So schoen, eine weibliche Fotografin zu sehen, da Frauen eher selten einen Beruf ausueben.

Eine akrobatik Gruppe fuehrte Kuenststuecke auf…

und die Gesichtsuasdruecke der Kinder zu beobachten war himmlisch!

Und auch ein Sketch auf Swahili wurde aufgefuehrt.

…und die Bezirksvorsitzende hatte einen Ehrenplatz und wurde zum Teil wie eine Koenigin behandelt.

Musik und Tanz gab es ebenso.

Ali, der uns eingeladen hat und Isabelle mit Salome


Es war ein wirklich tolles Erlebnis und eine Ehre so an der Kultur teihaben zu koennen!

Raindrops Keep falling on my Head…

Wir hatten eigentlich bisher immer sehr viel Glueck mit dem Regen und er hat nur ab und an mal unsere Plaene durchkreuzt. Meist waren es dann auch nur ein zwei Stunden grosser Schauer und dann war wieder Sonnenschein. Heute aber will es gar nicht mehr aufhoeren und es regent tatsaechlich schon den ganzen Tag ununterbrochen in Stroemen. Hab mich einmal kurz mit dem Fahrrad und mit Regenhose und Jacke rausgetraut und bin durch die grossen Pfuetzen gecruised. Dafuer dann heute einen chilligen Sonntag mit lesen, orga Sachen erledigen, Film schauen und eben den blog schreiben.

Ich bleibe nun doch laenger in Kitogani im Camp bis zum 22.5. und dann nur fuer 2 Wochen nach Nungwi, da dort gerade nicht viel los ist und ich hier gemerkt habe, dass ich noch einiges in der Gegend sehen moechte und mich noch mit ein paar Leuten im Dorf laenger unterhalten wollte.

Was war jetzt die letzten Woche so los?

Wir haben zum einen den Jozani Forest besucht und eine Tour durch den Regenwald und durch das „Revier“ der kleinen Colobus Affen gemacht. Ach sind die suess die kleinen!

Ich mit der anderen Julia (rechts) und Isabel

Die Affen sind vom Aussterben bedroht und werden hier aber weitestgehend geschuetzt.

…durch den Sumpf in den atemberaubenden Wald hinein!

Was ich unbedingt mal noch machen wollte ist, ein Rubrik mit „Kuriositaeten des Alltags“ 🙂

Eigentlich nur Milch….(koennte von der Nebeninsel „Tanga“ sein ;))

Wenn Schilling und Euro Zeichen verwechselt werden…

ohne Worte. Vor einem Torusiten shop.

Ein Panda Dalla Dalla !!!

Wir sind auch wieder fleissig am Malen. Dieses mal die Weltkarte und Mond- und Sonnenfinsternis.

Millie und ich am Asien ausmalen

…waehrend Salome und Marie die zwei Finsternissen gemalt haben.

Wir sind ausserdem mittlerweile fast jede Woche im „Turtles und Tortoise project“ um die Schildkroeten zu saeubern und ein wenig zu kraulen 😉

Ein Highlight war die letzte Woche das „Spaetzle-Essen“ . Isabel, Marie und ich haben die Kueche in Beschlag genommen und hessische/Schwaebische Spaetzle produziert. Mit Kaese und Zwiebeln verfeinert und einem Tomaten,Gurken Feta Salat. Es war nicht ganz einfach zu schaben, weshalb sie doch etwas groeber geworden sind. Trotzdem legga legga legga !

Saynep darfs auch mal testen!

Ein paar haben uns leider nun im Camp verlassen und wir sind nur noch zu 5.. Der harte Kern aber bleibt noch bis 22.5.!

Ein Abschiedsfoto gabs aber noch:

Hinten: Mohamed (Koordinator), einer unserer Bauarbeiter, Isabel (aus Frankfurt)

Mitte: Sandra (aus Berlin), Millie (aus Bonn), Salome (aus Kanada bzw Kolumbien), Zaynep (Frau von Mohammed), ich und Minnimo (Sohn von Zaynep)

Vorne: Miriam (aus Calw ! :D), Julia (aus Ravensburg), Marie (aus Koeln bzw mittlerweile Finnland)

und ganz vorne der Bruder von Minnimo: Sadam

Das ist uebrigens die Pilzfarm nebenan, bei der wir auch aushelfen koennen. Stroh wird in einen Beutel gepresst, dann im Ofen getrocknet und geraeuchert, dann werden Samen oben und unten reingesteckt, Loecher in die Tuete gestochen und zum Schluss an das holzgestell gehaengt und bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert. Bis nach einiger Zeit die Pilze dann herausspriesen! Sehr lecker, hatten sie gekocht schon unserem Essen 🙂

Und das Verrueckteste von allem? Wir sehen den „grossen Wagen“ auf dem Kopf ! Hammer einfach diese Sterne hier…

…mehr als einen Monat hier

Die Zeit geht super schnell rum und ich habe nur noch 3 Wochen in Kitogani im Forest camp. Dann gehts weiter fuer 4 Wochen nach Nungwi in den Norden und dann im Juni die letzten 3 Monate vorraussichtlich nach Moshi, zumindest ist schonmal der Flug dahin gebucht, wie lang ich dort tatsaechlich bleibe sehen wir dann.

Freu mich schon auf die neuen Orte, aber merke auch dass mir das Camp fehlen wird. Zwar sitzt man hier eng beieinander und Routinen wiederholen sich Tag fuer Tag, weshalb ich manchmal Abwechslung suche, aber eigentlich ist es auch toll, langsam ein Alltagsgefuehl zu entwickeln und mehr und mehr anzukommen.

Ein paar Wochen zuvor hat mich der beruechtigte „Kulturschock“ erwischt und ich war ein paar Tage etwas schlecht drauf, konnte einige Sachen nicht so geniessen und habe mich nach zu Hause gesehnt. Obwohl ich wusste, dass es normal ist und dass es auch nach einiger Zeit vorbei gehen wird, habe ich doch Schwieirgkeiten gehabt es zu akzeptieren. Man merkt wie man manchmal mit kulturellen Unterschieden kollidiert und es schweirig fuer einen ist die Frauen und Maenner Rollen zu akzeptieren. Ein anderer Punkt ist ausserdem dass man als Weisse hier auf „dem Land“ einfach auffaellt und immer angeschaut wird, manch einer ruft etwas hinterher (oft aber auch nur aus reiner Freundlichkeit)und du wirst haeufig als die „reiche weisse Touristin“ gesehen (vorallem in der Stadt). Auch hier herrschen Vorurteile und Verallgemeinerungen und man spuert es, wie es ist, mit einer anderen Hautfarbe aufzufallen und in der Minderheit zu sein, auch wenn man eigentlich diese Unterscheidungen fuer irrelevant haelt und keinen Unterscheid machen moechte. Lernt man die Leute aber intensiver kennen oder begenet ihnen oefter wird die Situation entspannter. Auch wenn ich natuerlich das nicht von allen verlangen kann und ich fuer die meisten eine weisse reiche Touristin bleibe, gehe ich mittlerweile entspannter mit der Sache um und ignoriere auch einen Teil. Freue mich dann umso mehr, wenn Begegnungen entstehen und man in kontakt mit den locals kommt. Hier herrscht vorallem eine super Gastfreundlichkeit und alle sind fuereinander da. Gemeinschaft und Familie ist auch wichtiger als das einzelne Individuum.

Ein anderer Punkt der mich sehr beschaeftigt ist der viele Muell und das viele Plastik, was man leider ueberall in der Natur findet. Hier ist es noch ein ganz anderer Umgang damit und das Umdenken, das Plastik schaedlich fuer die Umwelt ist, findet ganz langsam statt. Hier fehlen finanzielle Mittel, Bildung und Aufklaerung und die Infrastruktur um eine Art Muellabfuhr bzw Recycling einzufuehren. Deshalb wird hier nur verbrannt oder vergraben, was keine wirkiche Loesung ist, aber im Moment gibt es keine andere Moeglichkeit. Es gibt wohl in Darresalam in Tansania eine Firma die Flaschen recyclet aber auch diese sind nicht wirklich auf der Insel aktiv. Fuer uns ist dann eine Art „Aufklaerungsunterricht“ ueber Plastik und die Folgen manchmal etwas ernuechternd wenn die Kinder spaeter ihren Muell trotzdem weiter auf den Boden werfen. Ein langer Prozess, den wir zumindest ein bisschen begleiten und beeinflussen.Wir versuchen trotzdem motiviert zu bleiben.

Wir sind oefter mal mit ein paar Maedels unterwegs, die im Zala Park arbeiten und wohnen.

Hier beim Essen in Stone town. Seeehr lecker!

Die Tage haben wir in Jozani in der Schule wieder einmal gemalt, dieses Mal was aus nem Biobuch

Am Samstag sind wir an einen Strand gefahren um den Vollmond anzuschauen, ein Weinchen zu trinken und zu essen und das Wasser zu geniessen. Wir waren eigentlich die einzigen dort und haben den Mondaufgang am Meer sehr genossen!

Hingefahren, wie schon oefter mit einem Truck und wir hinten auf der Laderampe! Mega der Spass so rumzufahren!

Eines unserer grossen Projekte ist das Schulhaus in Charawe. Dieses wurde schon durch Spenden von anderen Freiwilligen aufgebau. Im Moment sind wir beim Boden und haben die Tage 3 Raeume betoniert. Das ganze Dorf und vorallem fast alle Kinder waren mit Begeisterung dabei und wir haben mit einfachsten Mitteln aber dafuer mit viel Spass im Matsch die Boeden errichtet.

Zuerst mussten wir den Untergrund hacken und 3 Trucks mit Steinen fuellen

Es mussten kleine Steine, Sand, Wasser und Zement hergebracht und gemixt werden.

zwei, drei Baurarbeiter haben unterstuetzt

Dieser kleine Kerl wollte die ganze Zeit mithelfen und hat angefangen zu schreien, wenn man ihm den Eimer aus der Hand nehmen wollte 🙂 so ein suesser Fratz

Superwomen!

Noch einmal ein Besuch auf der Halbinsel Uzi

Als wir losgefahrne sind hat es noch geregnet, bis wir aber am Ufer waren, hat es Gott sei Dank, optimal fuer eine Bootsfahrt, aufgehoert zu regnen und wir haben den Regen nur noch am Festland gesehen.

Dieses Mal ging die Tour etwas laenger und wir sind viel am Ufer entlang, an dem sich fast ueberall die Mangroven Baeume saeumten. Ein paar Stunden spaeter sind sie dann durch die Flut unter Wasser gestanden. Sehr faszinierend diese Pflanzen, da sie eben auf FLut und Ebbe angepasst sind und Salzwasser filtern koennen und fuer die Insel ein gewisser Schutz sind, da sonst das Wasser immer weiter vordringt durch den Anstieg des Meerespiegels. Die Mangrven halten mit ihrem Wurzelwerk wiederum die Erde.

Hier steht einer der aeltesten Baobaob (Affenbrotbaeume) der Insel.

„Keiner weiss wie alt der Baum ist, er muss wohl aber sehr alt sein, da sich keine Generation dran erinnern kann.“ Er ist ca 12 Meter hoch und hat einen Durchmesser von ca. 4 Metern. Die „Hoehle“ im Baumstamm ist der Platz des oertlichen „Hexen-Doktors“ zu dem man bei Problemen gehen kann. Als wir dort waren, war er aber gerade unterwegs. Waere ansonsten echt spannend gewesen, mehr zu dem Glauben an Zauberei und Hexerei zu hoeren.

Ein kleines Mangrovchen

Die Strasse verbindet die Insel mit dem Festland und ist bei Flut ueberschwemmt, was man an dem grauen Streifen erkennen kann, der sich mit der Zeit an den Mangroven gebildet hat.

Die Mangrovenwurzeln, die ueberall spriesen.

Inselgruesse

Die letzten Wochen haben wir uns intensiv um die Merrschweinchen und Hasen gekuemmert und das neue Gehege fertig gemacht. Hierzu wurden auf die Ebenen im Holzunterstall Bananenblaetter gelegt und dann ein Wasser-Erde Mix drauf gelegt um einen Boden zu kreeiren.

…und ab gehts in das neue zu Hause

Vor kurzem konnte ich sogar echt suesse Bilder vom Chameleon machen:

Ich habe ausserdem total vergessen von der blue Safari zu erzaehlen, einer Tour mit Boot und Schnorchel Gelegenheit.

Ich bin mit Anna und Marina abgeholt worden und wir sind mit ca 12 anderen auf einem Holzboot mit Sitzgelegenheiten aufgebrochen. Wir machten Halt auf einer sehr kleinen insel, auf dem noch sehr viele andere Boote ankamen und ihr kleines Lager mit Segel aufgeschlagen haben um den Touristen Schatten und Fruechte zu bieten. Es war zwar eigentlich wunderschoen und klares Wasser und ich konnte einige Korallen und Seesterne sehen, aber leider war das ganze doch touristischer aufgezogen als ich dachte. Geschnorchelt sind wir doch nur ne halbe Stunde und das Essen danach auf einer anderen Insel war auch eher Massenabfertigung mit vielen Touriisten shops in der Naehe. Da kommt es leider auch immer drauf an, an welchen Anbieter man geraet. Schoen war es trotzdem und wir haben noch ein nettes Paerchen aus Berlin getroffen.

In der Naehe unseres kleinen Dorfes Kitogani haben wir vor kurzem eine kleine Hoehle besichtigt, bei der am Ende der Treppe das Trinkwass fuer das Dorf abgepumpt wird. Schon sehr mystisch da unten!

Bei unserem kleinen Haeuschen tut sich mittlerweile einiges. Es ist jetzt so gut wie fertig !